|

Die 5 Säulen des Hatha Yoga
Asanas – Yoga Stellungen
Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine
zeitlang ruhig gehalten wird. Asanas halten den Körper fit und
flexibel, lösen Muskelverspannungen und entwickeln Muskelstärke und
mehr Körperbewusstsein. Man kann durch Yoga auf sanfte Weise mit nur
wenig Anstrengung erstaunliche Fortschritte machen. Ein flexibler,
beweglicher Körper mit gesunder Muskelkraft ist Voraussetzung für
ganzheitliche Gesundheit.
Durch das ruhige Halten der Asanas werden auch Blockaden im Fluss der
Lebensenergie gelöst, wodurch die inneren Selbstheilungskräfte
aktiviert werden. Und durch das sanfte Hinspüren und die Konzentration
wird auch der Geist ruhig und zentriert.
Asanas sind eine ausgezeichnete Vorbeugung gegen jede Art von
Krankheit und unterstützen andere Therapien in ihrer Wirksamkeit.
“Anmut, Schönheit, Stärke, Energie und Festigkeit schmücken den Körper
dank Yoga.“
Yoga Sutra III,47
Pranayama – Atemtechniken
Mit der Atmung nehmen wir lebensnotwendigen Sauerstoff auf, aber auch
Prana, die Lebensenergie.
Durch Verspannungen, falsche Körperhaltungen oder Stress atmen die
meisten Menschen nicht mehr natürlich, sondern zu schnell,
oberflächlich und verkrampft. Der Organismus bekommt zu wenig
Sauerstoff und Lebensenergie, die Folge sind oft Müdigkeit und
Erschöpfung. Unsere Atmung spiegelt auch mit großer Genauigkeit unsere
körperliche und geistige Verfassung wider, indem sie sich ihr dauernd
anpasst. Da die Beziehung zwischen geistig-seelischer Verfassung und
Atem so eng ist, ist es möglich, die Gemütsverfassung und den
Geisteszustand durch bewusste Atmung positiv zu beeinflussen.
Yoga hilft, wieder zu einer natürlichen, entspannten Atmung
zurückzukehren.
In den alten Yoga-Schriften finden sich auch viele Hinweise, dass die
Atemübungen helfen, Krankheiten zu heilen, da sie uns immer wieder mit
der uns innewohnenden Lebenskraft verbinden.
„Fließt der Atem, fließen auch die Gedanken; ruht der Atem, so ruhen
auch sie. Da ein Yogi nach Ruhe strebt, muss der Atem beruhigt
werden.“
Hatha-Yoga-Pradipika II,2
Tiefenentspannung
Wenn Körper, Geist und Sinne ständig mit Reizen überflutet werden, ist
es ihnen nicht mehr möglich, sich zu regenerieren. Um gesund zu
bleiben und sich wohl zu fühlen, sollte man deshalb auch zwischendurch
immer mal wieder kurz zur Ruhe kommen und entspannen.
Während der Tiefenentspannung werden systematisch alle Teile des
Körpers und schließlich auch der Geist entspannt. Dabei werden
Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet. Der Kreislauf
kommt zur Ruhe, die Arterienwände entspannen sich. Bluthochdruck,
Kopfschmerzen, Magenprobleme, Verdauungskrankheiten sowie allen
stressbedingten Krankheiten wird vorgebeugt. Das Immunsystem wird
gestärkt, die Selbstheilungskräfte angeregt und geistige Stärke und
Ruhe wieder hergestellt.
Eine Tiefenentspannung sollte den Abschluss jeder Yogastunde bilden,
aber auch sonst während des Tages oder nach der Arbeit können 10-15
Minuten Tiefenentspannung helfen, verbrauchte Energie wieder
zurückzubringen.
Richtige Ernährung
Zur Praxis des Yoga gehört auch, bewusst auf die richtige Ernährung zu
achten, denn alles was wir zu uns nehmen, wird ein Teil von uns und
wirkt auf uns. Wir sind, was wir essen.
Empfohlen wird eine vegetarische Ernährung mit vollwertigen und
natürlichen Lebensmitteln.
Aber es gibt im Yoga keine festen Ernährungsvorschriften, die
allgemein gültig sind, denn kein Organismus gleicht dem anderen. Es
gilt für jeden selbst, die für ihn richtige „Diät“ zu finden, die
abhängig ist von vielen Faktoren, wie z.B. Typ, Gesundheitszustand,
Lebensalter, Jahresszeit und Lebensstil.
Wer regelmäßig Yoga übt, wird mit der Zeit den Kontakt zu seinen
natürlichen Instinkten wieder finden und dann von selbst wissen, was
für ihn bekömmlich ist und was nicht.
Im Yoga beachtet man nicht nur die Wirkung der Nahrung auf den
physischen Körper sondern auch ihre Wirkung auf die Lebensenergie, die
Gefühle und den Geist.
„Die Reinheit des Geistes hängt von der Reinheit der Nahrungsmittel
ab.“
Swami Sivananda
Positives Denken und Meditation
Der Gedanke steht am Anfang von allem. Alles, was wir erreichen, kommt
vom Geist, Glück oder Unglück, Erfolg oder Misserfolg. Yoga lehrt uns,
richtig mit unserem Geist umzugehen und das „Jetzt“ positiv zu machen,
den Geist ruhig und klar werden zu lassen und positiv zu denken.
Durch Meditation fördern wir die innere Ruhe und Stille. Meditation
ist ein Zustand der Erfahrung eines tiefen Friedens und des Einsseins.
Meditation kann man nicht machen, aber man kann die Voraussetzungen
dafür schaffen, um Meditation geschehen zu lassen.
„Meditation ist der königliche Weg, um Freiheit zu erlangen, eine
geheimnisvolle Leiter, die von der Erde zum Himmel führt, von der
Dunkelheit zum Licht und von der Sterblichkeit zu Unsterblichkeit.“
Swami Sivananda |