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Vogtland
Der
Begriff Vogtland bezeichnet eine Region im Vierländereck der deutschen
Freistaaten Sachsen, Thüringen und Bayern und dem Egerland in
Tschechien. Der Name leitet sich davon ab, dass diese Gebiete einst
durch die Vögte von Weida, Gera und Plauen verwaltet wurden. Die
Landschaft des Vogtlandes wirkt durch Felder, Wiesen und bewaldete
Hügelkuppen recht idyllisch. Im Süden und Südosten steigt das Vogtland
zum Mittelgebirge an. Diese Gegend nennt man das Obere Vogtland. Hier
überwiegt der Nadelwald. Der höchste Berg des Vogtlandes ist der
Schneehübel (974 m) an der Grenze zum Erzgebirge. Bekannter und
markanter sind jedoch der Aschberg bei Klingenthal (936 m) und der
Schneckenstein (883 m).
Das nördlichere Hügelland wird durchschnitten von einigen Flusstälern.
So entspringen im Vogtland Weiße Elster, Zwickauer Mulde und Göltzsch.
Des Weiteren durchzieht die Saale das Bayerische und das Thüringische
Vogtland. Zur Überquerung der Täler wurden für Eisenbahn und
Straßenverkehr
mächtige
Brücken gebaut. Besonderen Ruhm erlangten dabei die Göltzschtalbrücke,
die größte Ziegelsteinbrücke der Welt und deren „kleine Schwester“,
die Elstertalbrücke. Beide sind Eisenbahnbrücken der Strecke
Nürnberg–Dresden.
Der Friedensbrücke in Plauen kommt eine besondere Bedeutung zu: Es ist
die größte Steinbogenbrücke Europas. Auch existieren etliche
Talsperren im Vogtland. Bekannt als Erholungsgebiete sind Talsperre
Pöhl (Trieb, ein Nebenfluss der Weißen Elster), Talsperre Pirk (Weiße
Elster), Bleilochtalsperre (Saale), Untreusee u. a. An das Vogtland
grenzen Frankenwald, Erzgebirge, Thüringer Schiefergebirge und
Fichtelgebirge. Das sächsische Vogtland gehört in seinem süd-östlichen
Teil dem Naturpark Erzgebirge/Vogtland an.
Das Vogtland gilt als eine der vulkanisch aktivsten Zonen in
Mitteleuropa. Anzeichen dafür sind Schwarmbeben, heiße Quellen und
Gasaustritte. Die Quellen mit heilsamer Wirkung haben die Kurorte Bad
Elster und Bad Brambach mit der stärksten Radiummineralquelle der Welt
aufblühen lassen. Mit Marienbad, Franzensbad und Karlsbad auf der
tschechisch-böhmischen Seite bilden die beiden sächsischen Staatsbäder
das sogenannte "Bäderfünfeck".
Sächsisches
Vogtland – (Sachsen)
Plauen (Verwaltungssitz des Vogtlandkreises; Kreisfreie Stadt; größte
Stadt des Vogtlands), Reichenbach, Auerbach, Lengenfeld (Vogtland);
Elsterberg, Falkenstein, Klingenthal, Oelsnitz, Bad Brambach, Bad
Elster, Adorf, Schöneck, Treuen, Mylau und Markneukirchen
Günstig am Schnittpunkt der Verkehrswege von Nord nach Süd und West
nach Ost in der Mitte Deutschlands gelegen, konnten Wirtschaft und
Industrie im Vogtland sehr früh prosperieren. Motor der Entwicklung
war und ist die Stadt Plauen, die durch die Spitzenweberei ("Plauener
Spitze") und durch den Maschinenbau u.a. mit Rotationsmaschinen und
Lastwagen ("Plamag", "Vomag") bekannt wurde. Die Teppichweberei
("Halbmond", "Adoros") war in Oelsnitz und Adorf marktbeherrschend.
Guten Klang im wahrsten Sinne des Wortes haben in aller Welt die
Instrumente aus dem sogenannten Musikwinkel mit den Städten
Markneukirchen und Klingenthal im oberen Vogtland. 80 Prozent der
Musikinstrumente, die auf der Welt hergestellt wurden, kamen bis zum
Zweiten Weltkrieg aus dem Vogtland. Markneukirchen war um 1910 die im
Verhältnis zur Einwohnerzahl reichste Stadt Deutschlands und besaß
für den blühenden Export ein eigenes amerikanisches Konsulat. Die
während der DDR-Zeit geförderte Massenproduktion wurde nach der Wende
mit der Rückbesinnung auf die Herstellung von hochwertigen Produkten
und Meisterinstrumenten abgelöst. In vielen Spitzenorchestern stammen
die Instrumente heute wieder aus vogtländischen Werkstätten. Im Zuge
der Globalisierung nennt sich der Musikwinkel mit einer eigenen
Qualitätsmarke "Musicon Valley", Tal der Musikinstrumente. Der Export
hat sich von 1995 bis 2005 mehr als verdoppelt.
Erzgebirge
Sanft geschwungene Berge, malerische Flusstäler,
dunkle Wälder, atemberaubende Gebirgspanoramen und faszinierende
Kulturangebote - ein Urlaub im Erzgebirge verbindet diese
Eindrücke zu einem erholsamen Erlebnisaufenthalt.
Der Name Erzgebirge zeugt von der bewegten Vergangenheit in Stollen,
Bergwerken und Halden. Die reichen Erzvorkommen wurden dort von
Bergleuten mühsam abgebaut und von Hüttenarbeitern erfolgreich
verhüttet, so dass das Erzgebirge einst ganz Europa mit den Silber und
Eisen versorgte. Davon berichten noch heute sehenswerte Bergbau- und
Heimatmuseen.
Das Erzgebirge bildet die natürliche Grenze zwischen Sachsen und
Böhmen. Knapp nördlich der Kammlinie verläuft die Staatsgrenze
zwischen Deutschland und Tschechien. Die höchsten Erhebungen sind
Fichtelberg (1.215 m ü.NN) und Keilberg (1.244 m ü. NN). Das
Erzgebirge gehört mit seinem oberen Teil dem Naturpark
Erzgebirge/Vogtland an. Das östliche Erzgebirge steht als LSG
Osterzgebirge unter Landschaftsschutz.
Das Gebirge ist etwa 150 km lang und durchschnittlich 40 km breit.
Östlich schließt sich das Elbsandsteingebirge, westlich das
Elstergebirge und der sächsische Teil des Vogtlandes an. Südlich des
Osterzgebirges liegt das Nordböhmische Becken, gegenüber das Böhmische
Mittelgebirge.
Die spannenden Kontraste der Natur laden zu einem interessanten
Wanderurlaub ein. Und wenn im Winter eine dicke, strahlend weiße
Schneedecke die Kontraste dämpft, wird das sächsische Mittelgebirge
und seine Umgebung zu einem beliebten Wintersportgebiet. Wer auch im
Winter Ruhe und Entspannung dem belebten Treiben auf den Pisten
vorzieht, findet im oberen Erzgebirge immer noch stille und gemütliche
Plätze zur Erholung. Im Sommer wie auch im Winter wird im Erzgebirge
eine Vielzahl von Sitten und Bräuchen gelebt, die sich auf
Handwerkermärkten und in der Produktion von beliebten Schnitzereien
wie Räuchermännchen, Nussknackern und kunstvollen Schwibbögen zeigen.
Sport & Freizeit
In sportlicher Hinsicht bietet das Vogtland &
Erzgebirge jedem Besucher zahlreiche Möglichkeiten. Ob Hobby-,
Erholungs- oder Extremsportler: Die vielen Outdoorangebote überzeugen.
Im Winter lockt der alpine und nordische Skisport in Deutschlands
östlichstes Mittelgebirge.
Wintersportorte wie Oberwiesenthal oder Altenberg sind
Wintersportbegeisterten schon länger ein Begriff und laden zu
ausgedehnten Winterwanderungen und anspruchsvollen
Ski-Herausforderungen ein. Von Ski-Alpin bis hin zu Langlauf bieten
ausgedehnte Loipen genügend Möglichkeiten, die bezaubernde Winterwelt
zu genießen. Wer die Winterlandschaft aus der Luft bestaunen will, hat
dazu bei vielen, über das ganze Erzgebirge verteilten Flugschulen dazu
Gelegenheit. Sie laden zu Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen und
Motor-, beziehungsweise Segelflug ein. Urlauber, die nur etwas höher
hinaus wollen, sind in den Hochseilgärten im Kurort Oberwiesenthal und
in Chemnitz bestens aufgehoben.
Wer lieber auf dem Boden bleibt, ist im Sommer mit gut ausgebauten
Mountainbikepisten und ausgeschilderten Wanderrouten in Hülle und
Fülle genau so versorgt. Extremsportler finden an vielen Orten oft
versierte Profis, die Informationen für Kletterer, Canyoning-Sportler
und Rafting-Begeisterte bereithalten. Wasserratten sollten eines der
vielen und interessant gestalteten Erlebnis- und Freizeitbäder
aufsuchen, die auch im Wellnessbereich abwechslungsreiche
Unterhaltungsmöglichkeiten bieten.
Tradition & Handwerk
Der Erzbergbau hat nicht nur tiefe Spuren in der
schönen Landschaft hinterlassen, sondern hat auch das Leben der
Menschen nachhaltig beeinflusst. So wird der Gruß der Bergleute -
'Glück Auf' - noch heute in der Region benutzt und uralte Techniken
angewendet, wenn es um die Herstellung der Vorzeigeprodukte wie dem
Nussknacker oder dem Räuchermännchen geht. Berühmt sind die
kunstvollen Weihnachtspyramiden, die auf vielen Weihnachtsmärkten des
Erzgebirges in Übergröße auf den Rathausplätzen bestaunt werden
können. Ebenso populär sind die filigranen Schwibbögen, die aus der
Bergmannstradition stammen: Früher stellten sie die Bergleute ins
Fenster, wenn sie in der dunklen Winterzeit ihr Haus verließen.
Einen Eindruck vom harten Leben der Bergmänner kann man sich heute in
einer Vielzahl von Besucherbergwerken und Bergbaumuseen wie dem
Silberbergwerk ST. Anna am Freudenstein oder Tiefer Molchner Stolln
machen. Überirdisch geht es weiter zu den sehenswerten Bauwerken des
Gebirges, von den spätgotischen Kirchen bis zu den Burgen und
Schlössern aus verschiedenen Epochen. Nennenswert sind die Burg
Scharfenstein und das Schloss Schlettau. Ein Besuch im Erzgebirge
beweist also jedem Besucher die überzeugende Vielseitigkeit und die
gelungene Kombination aus bezaubernder Natur, interessanten
Kulturangeboten, spannenden Sportmöglichkeiten und erholsamer
Entspannung.
Tradition wird auch in kulinarischer Hinsicht im
Erzgebirge gelebt. Denn wie schon früher bestehen die Spezialitäten im
Erzgebirge aus dem, was vor Ort wächst, lebt oder produziert werden
kann.
Essen & TrinkenNach einer anstrengenden Wanderung können sich Urlauber dann mit
Spezialitäten wie Ärdappelklitscher, einer Teigspezialität aus
Kartoffeln, Buttermilch und Schmalz, oder dem Schwammetopp, einem
herzhaften Pilzeintopf mit Zwiebeln und Speck stärken. Die zahlreichen
Gaststätten und Restaurants laden Urlauber zu unvergesslichen
kulinarischen Erlebnissen ein. Die deftige Kost von einst wird
heutzutage oftmals abwechslungsreich von Köchen im Erzgebirge
verfeinert, was auch Gourmets, die leichte Kost vorziehen, überzeugen
dürfte. Ab Oktober zieht durch das Erzgebirge der Duft von
frischgebackenem Stollen, der ordentlich ruhen muss, damit er zu
Weihnachten seinen vollen Geschmack entfalten kann. Neben dem
klassischen Stollen mit Rosinen und Marzipan erfreuen sich auch
Varianten wie Mandel-Schoko- oder Mohnstollen zunehmender Beliebtheit.
Zum Abschluss einer herzhaften Mahlzeit kann man den gesättigten Magen
mit Altenberger Kalmus versöhnen, einem Kräuterschnaps aus
Kalmuswurzel, die traditionell zur Anregung der Verdauung verwendet
wird. Eine weitere flüssige Delikatesse ist der Vugelbeerschnaps, der
aus den verfeinerten Früchten der Eberesche destilliert wird.
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